Das Sportjahr 1999

Im Sportjahr 1999 konnten von den Sektionsmitgliedern zahlreiche Kletterwege in der Sächsischen Schweiz, den Alpen, Südfrankreich und Mallorca bewältigt werden. Auch wurden wieder Skitouren und Skilangläufe unternommen und bei weiteren Sportarten, wie z.B. beim Triathlon oder bei Radtouren Entspannung und Abwechslung vom Alltag gesucht. Es fehlen zwar sowohl im Hochgebirge als auch beim Felsklettern richtige Highlights, dennoch ist eine zunehmende Breite in der sportlichen Betätigung unserer Sektionsmitglieder zu verzeichnen. Das wichtigste aber ist, daß dieses Jahr für alle Mitglieder unserer Sektion unfallfrei verlaufen ist.
Die diesjährige Alpen-Sommerfahrt der Sektion vom 5.- 11.9.99 führte in die Brenta (Dolomiten), in die Hütten "Brentei" für die Wanderer und "Tomaso Pedrotti" für die Kletterer. Sie sprach mit 17 Kletterern und zahlreichen Wanderern eine sehr umfangreiche Gruppe von Sportfreunden an, welche die wettermäßig durchwachsenen Tage für mehrere schöne Touren nutzten. Die alljährliche Sommerfahrt ist damit nicht nur zum festen Bestandteil im Kletterjahr unserer Sektion geworden, sondern sogar zum Höhepunkt des Kletterjahres für viele Sportfreunde. Sie kommt den Interessen jüngerer und älterer Sportfreunde gleichermaßen entgegen. Dies ist besonders erfreulich, da sich die älteren Sektionsmitglieder leider immer weniger an den kleineren Kletterfahrten beteiligen.
Im Winterhalbjahr konnten die Trainingsmöglichkeiten für unsere Bergsportfreunde durch das regelmäßige sonnabendliche Hallenklettern wesentlich verbessert werden und so gleichzeitig zu einem besseren Kontakt der Sportfreunde untereinander beigetragen werden. Bis auf wenige Ausnahmen, zu denen gleichzeitig Volleyballturniere stattfanden, stand uns die ganze Sporthalle zur Verfügung. Hierdurch erweist sich dieser Trainingstermin gerade für Familien mit Kindern, welche während die Großen klettern in der Halle spielen können, als besonders vorteilhaft. Die Kapazität der Kletterwand ist aber häufig noch nicht voll ausgenutzt, so daß jederzeit neue Sportfreunde die Termine auch noch wahrnehmen könnten.

Nun zu den sportlichen Leistungen der Sektionsmitglieder im Einzelnen.
Astrid Liebich nahm im Frühjahr mit drei Sportfreunden am 444km langen Skimarathon durch Finnland teil. Diese Strecke legte sie innerhalb von 7 Tagen zurück. Der Veranstalter kümmerte sich hierbei um Gepäck und Verpflegung, so daß die Teilnehmer sich voll auf das Skilaufen konzentrieren konnten.
Ingrid und Robert Fenske waren auch dieses Jahr wieder auf Skitour. Im Valpelline und in den Grajischen Alpen erreichen sie mehrere Schneegipfel, wie den Gran Paradiso (4061m) und den Tete du Filon.
Martin und Johannes Große und Olaf Hampe unternahmen Skitouren von der Lienzer Hütte aus. Auf Grund von schlechtem Wetter konnte aber nur ein Gipfel, der Glödis, von Johannes bestiegen werden.
Christel und Peter Beyer waren auch dieses Jahr im Hochgebirge sehr erfolgreich. Sie bestiegen die Gipfel Hoher Sonnenblick 3105 m, den Hochkönig über die Birgkarscharte 2941m, den Ankogel 3250m über den Göttinger Grat und schafften die Watzmann Überschreitung vorbei am Watzmannhaus zur Südspitze und der Wimbachgries. Außerdem Bestieg Peter alleine den Bratschenkopf 2859m und beteiligte sich an der Brenta-Sektionsfahrt.
Thomas Berg war auf der Brenta Fahrt sehr erfolgreich und konnte drei Wege im Schwierigkeitsgrad 4 im Vorstieg bewältigen: den Cima Brenta Basso 270m, den Campanile Basso 280m und den Campanile Teresa 140m. Im Nachstieg schaffte er auf den Cima Brenta Alto über eine 400m Route eine 5-.
Olaf Hampe war in mehreren Gebieten der Alpen aktiv. So bestieg er gemeinsam mit Dirk Schröder die Watzmann Ostwand über den Berchtesgadener Weg III. In der Brenta schaffte er mit Lars Streblow in Wechselführung den Campanile Basso über die Foxkante VI. In Palla konnte er ebenfalls mit Lars in Wechselführung den Palla del Rifugio über die NW-Kante, eine V, besteigen.
Südfrankreich war dieses Jahr Ziel der großen Jugendgruppenfahrt vom 3.4.-18.4., welche gemeinsam mit der Sektion Brandenburger Tor organisiert wurde. Thomas Berg war hier sehr fleißig und durchstieg insgesamt 54 Wege, davon 13 VIIb und 10 VIIa Wege im Vorstieg. Auch Sebastian Wölfel war bis zur 5c im Vorstieg erfolgreich.
Eine weitere Jugendgruppenfahrt führte vom 17.10.-24.10. ins Zeughaus. Sie wurde von den Sportfreunden Thomas Berg und Robert Sandow geleitet.
Beim 5. Müncheberger Triathlon schwammen, radelten und liefen dieses Jahr 23 Teilnehmer um den Pokal. Dirk hatte die Nase vorn und konnte sich damit bereits zum dritten Mal in Folge und damit nun auch auf Dauer den Pokal sichern. Verfolger Lars kämpfte sich immer weiter an Dirk heran und konnte ihn auf der Zielgeraden schon sehen. Er mußte sich trotz toller läuferischer Leistung mit dem 2. Platz begnügen. Den 3. Platz erkämpfte sich durch seine schnelle Radelei Martin.
Die Familien Große (Christine, Martin, Stefan, Sophia), Schrader (Matthias, Joachim, Renate) und Pechstädt sowie Hartmut Kiedrowski verlängerten sich den Sommer durch zwei Kletter- und Radelwochen auf Mallorca. Insbesondere die Kletterer steigerten sich dabei fast täglich. So konnte Matthias seine Vorstiege bis auf 6c+ (ca. IXa) hochschrauben. Christine stieg bis 6b+ vor und bis 6c nach. Besonders empfehlenswert empfanden die Kletterer eine nahezu menschenleere Badebucht in Cala Magraner, an dessen Seite Felswände mit unzähligen lohnenden Wege auf Besteigungen warteten.
Siegfried Sommer gelang es mit der Organisation des Nebel-Pokals - einer Orientierungswanderung - vom 22.- 24.10. eine Gruppe von 20 Wanderfreunden zu mobilisieren.
Hartfiels unternahmen eine in Schweden eine einwöchige Radwanderung.
Die alljährliche Jahresabschlußfahrt der Berliner Bergsteiger in Maxicky konnte nur eine sehr geringe Beteiligung von unseren Sektionsmitgliedern verzeichnen.

In der Sächsischen Schweiz waren vor allem die jüngeren Vereinsmitglieder recht aktiv, obwohl nicht ganz an die Kletterleistungen des Vorjahres angeknüpft werden konnte. Wie im letzten Jahr konnten zwar wieder 2 Mitglieder unserer Sektion, Matthias Schrader und Thomas Berg, in der 8er Bereich vorstoßen, beließen es aber jeweils bei einer VIIIa. Dafür wurde um so mehr im ganzen VIIer Bereich geklettert. Auch die neuen Mitglieder unserer Sektion, Michael Wölfel, Tülle und Robert Sandow, konnten im Siebener Bereich Erfolge verbuchen und trugen zur Bereicherung des Klettersports unserer Sektion bei.
Nun im Einzelnen zu den Leistungen:
Matthias Schrader kletterte in diesem Jahr die schwersten Wege. So durchstieg er am Sechserturm die SO-Wand VIIIa mit Elke und Robert G. im Nachstieg. Außerdem konnte er gleich mehrere VIIc für sich verbuchen. Am Daxenstein meisterte das "Klavier direkt" mit Ulf, Elke und Christine im Nachstieg, am Kleinen Lorenzstein die "Lotlinie" mit Tülle und Stefan Knorr und an der Flohspitze den "AW o.U.". Er stieg bis zum VIIIb Bereich nach, so z.B. an der Wartburg die "Breite Wand" und am Papst nach leider mißglückten Vorstiegsversuchen die "Wahrhaft letzte Ölung o.U.".
Thomas Berg war dieses Jahr einer der fleißigsten Bergsteiger unserer Sektion. So meisterte er in Sachsen an der Lorenzwand den "Cocktail mit Pfiff" RP, eine VIIIa und am Burgener Turm "Himmelwärts" eine VIIc. Weiterhin schaffte er 16 VIIa und 11VIIb, darunter am III. Lehnsteigturm "Ostkante" RP VIIb, am Waltersdorfer Horn "Albatros" RP und NO-Weg o.U." RP, beides VIIb.
Robert Fenske konnte endlich Nutzen aus seinem Studentenstatus und dem Studienort ziehen und stieg gleich 7 Wege im Schwierigkeitsgrad VIIc vor. Damit steigerte er sich im Vergleich zu den Vorjahren enorm und knüpfte an frühere Leistungen an. So schaffte er an der Lehnkuppel "Wurzelblick", am Kleinen Lorenzstein RP "Karawane", "Lotlinie" und "Zwischenlösung", am Schrammtorwächter "Südwand", an der Zyklopenmauer die allseits beliebte "Plattenwand" RP und am Nachbar die "SW-Wand".
Christine Große konnte eine leichte Steigerung der Kletterleistungen erzielen und bewältigte am Lilienstein Massiv "Deutschland ist" VIIc mit Martin und Sabine im Nachstieg, an der Großen Hunskirche "Vollständig verlorene Illusion" VIIc und am Kiefernturm "Kurzes Erwachen" VIIc mit Ruth und Martin im Nachstieg. Weitere sehr lohnende und empfehlenswerte VIIb rundeten die Leistung ab: 3 Bären "Tiefblick", Thürmsdorfer Stein "Gleiche Idee" RP 58. Beg. und Stumpfe Keule "NW-Wand" RP.
Ulf Günther hat sich mittlerweile seine feste Position im oberen 7er Bereich erklettert. Auch dieses Jahr schaffte er zahlreiche schöne Wege, wie z.B. Dachsenstein "Klavier direkt" VIIc mit Olaf im Nachstieg, Große Hunskirche "Vollständig verlorene Illusion" und Einsiedler "Talwand o.U.", beide VIIc mit Jana im Nachstieg. Weitere VIIb Erfolge verbuchte er an Honigstein "Zauberrippe", Eule "Kleine Reibung", Lilienstein "Westecke" und Fichtenkegel "NW-Wand". 8 Wege des Schwierigkeitsgrades VIIa rundeten seine Leistungen ab.
Frank Schneeweiß nutze die wenigen diesjährigen Kletterfahrten und stieg mehrere VIIc vor.
So schaffte er am Lehnriff "Lenzpartie" mit Elke im Nachstieg, an der Großen Zinne "Wundertüte" mit Jochen Söhler und am Dürrebieleturm "Hochsaison".
Franz Schneeweiß konnte an seine Leistungen des letzten Jahres anknüpfen und schaffte wieder Vorstiege bis zur VIIc. So stieg auch er am Dachsenstein "Klavier direkt" VIIc, an der Lehnkuppel "Wurzelblick" VIIc und am Totenkopf "Talkante" VIIb.
Tülle (Ulrich Müller) bewältigte am Dachsenstein "Klavier direkt" VIIc und konnte mehrere Wege im Schwierigkeitsgrad VIIb abhaken. So bestieg er den Falkenstein "Schönwetterwand" und den Lorenzstein "Wir können auch anders".
Martin Große bewies seine Nervenstärke an der Feldwand beim sandigen "Sandweg" VIIb.
Olaf Hampe stieg an der Eule die "Kleine Reibung" VIIb vor.
Michael Wölfel konnte gleich zwei VIIb Vorstiege für sich verbuchen. So bewältigte er ebenfalls die Eule "Kleine Reibung" und am Fichtenkegel die "NW-Wand".
Daß auch die nicht mehr 30 jährigen noch richtig gut klettern können bewies Peter Beyer. Mit Rico Altmann im Nachstieg bewältigte er 4 lohnende VIIb-Wege - Spannagelturm "Bruchholzkante" und "SO-Wand o.U.", Heidestein "Abendreibung" und Waltersdorfer Horn "NO-Weg o.U.".
Robert Sandow konnte bereits in seinem ersten Kletterjahr mehrere Wege im Siebener Bereich nachsteigen. So war er z.B. an der Liliensteinwand "Sonnenwand" VIIb erfolgreich.

Auch von den Kindern wurde dieses Jahr fleißig genutzt und viele schöne Wege bestiegen.
Sebastian Wölfel (15) stieg seinem Vater Wege bis zur VIIb nach und schaffte an der Dorfbachwand die "SO-Wand" VI im Vorstieg.
Auch Susanne Wölfel konnte ihrem Vater über die "Kleine Reibung" VIIb auf die Eule folgen und bestieg über den "Siebenerweg" VIIa das Große Seehorn im Nachstieg.
Elisabeth Günther (6) war bereits richtig fleißig und verbuchte Nachstiege am Imker "NO-Wand" VIIa, Zauberberg "Er kanns nicht lassen" V, Ochelspitze "AW" IV, Fritschfels "W-Kante" IV, Ottostein "Ostkante" IV für sich.

Christine Große